
Wir
üben also weiter fleissig und haben viel Spass an "unserer"
Dummyarbeit, leider ist es trotz der schönen Seminar-Erfolge
weiterhin schwierig, still zu sitzen und noch schwieriger still zu
SEIN. Wenn die Dummies fliegen und noch andere Hunde in Konkurrenz
antreten ist es mir unmöglich, die Klappe zu halten. Das hat
mir schon ordentlich viel Ärger eingebracht, aber ich kann die
Kollegen neben mir einfach nicht ertragen.
So
machen wir beide dann eine Weile unser "Ding" allein, und
es klappt wunderbar. Ich kann sitzen bleiben, still sein und arbeite
ordentlich. So kommt es, dass ich ein paar Monate nur mit Frauchen
und Trainer Klaus allein arbeitete und eine Menge lerne - Frauchen
fast noch mehr.
Dummerweise
geraten wir während eines Urlaubes in ein Dorffest, bei dem (für
uns unerwartet) eine Salve Böller aus direkter Nähe abgefeuert
wurden. Das war eine unglaubliche Lautstäke und ich zog, was
das Zeug hielt. Mein Rudel konnte mich gar nicht beruhigen und noch
nach einigen Stunden klopfte mein Herz wie der Teufel. Das werde ich
so schnell nicht vergessen und -wie der Teufel es willl- muss ich
mich daran nun immer erinnern, wenn jemand in meiner Nähe schiesst.
Frauchen meint: "Das war's wohl zum Thema schussfest" eigentlich
hatten wir das längst abgehakt...
Nun
haben wir schon zwei Probleme, an denen wir arbeiten müssen,
aber wir bekommen Hilfe und strengen uns mächtig an...
Im
Training werde ich sicherer und Frauchens Kommandos immer klarer,
sodass wir eigentlich schon ein recht gutes Team abgeben. Es
wird immer besser und so ist es wieder an der Zeit für ein Seminar,
dieses Mal mit Johan Grootaers. Das Seminar ist ganz toll, Johan nimmt
sich für jedes Team Zeit und erklärt vor allem den Zweibeinern
eine Menge zu ihren Fehlern.
Frauchen
und ich haben dennoch eine Menge Stress. Dieses Seminar ist nach ca.
5 Monaten Einzeltraining die erste Gruppenarbeit für uns. Logisch,
dass da wieder andere Hunde dabei sind und plötzlich bricht es
regelrecht aus mir heraus und stehe völlig
unter Strom. Ich bin durch nichts zu erreichen, es
ist unmöglich, auch nur kurz zu entspannen, selbst die längst
gelernten Fächer gelingen vor lauter Aufregung nicht. Frauchen
muss erkennen, dass das einfach nicht funktioniert mit dem "ruhig
bleiben".
Sie
beschliesst: Schluss damit! Diesen Stress muten wir uns nicht noch
einmal zu. Das Dummy bleibt im Schrank, wird nur noch 'just for fun'
herausgeholt.
Was
nun? Zunächst ist Frauchen ziemlich traurig und weiss nicht recht,
was wir nun tun werden. Dummypause auf Zeit - oder für immer?
Es
dauert eine Weile, bis sie sich entschliesst, es mit Agility zu versuchen,
schliesslich bin ich schnell und wendig und so probieren wir es. Zunächst
schauen wir uns verschiedene Vereine an, um zu sehen wie dort gearbeitet
wird und besuchen einige Schnupperstunden:

Zuerst
muss ich über Hürden springen (das soll eine 'Aufgabe' für
mich sein, ist doch lächerlich, so ein Hopser), später soll
ich auf dem Steg gehen, das ist schon schwieriger, denn das Ding ist
verdammt schmal, ausserdem soll ich auf den roten Flächen ('sie'
nennt das Kontaktzone) unbedingt kurz stoppen, naja, hinterher fliegt
mein Ball und dafür mache ich auch das. Ich lerne noch die A-Wand
kennen und den Slalom, der noch Hilfsbügel hat, damit ich das
gleich richtig lerne....
Das gefällt uns beiden. Es ist nicht stressig und wir können
locker miteinander arbeiten - sogar zusammen mit anderen Hunden, denn
hier ist es nicht schlimm, wenn die Hunde sich "äussern"
und siehe da: ich kann auch still sein.
Nun
werden wir einen richtigen Kurs miteinander machen und schauen, was
dabei herauskommt. Spass macht es auf jedem Fall und Frauchen ist
auch gar nicht mehr traurig: wir haben wieder eine Aufgabe und es
geht weiter.
Schade
ist nur, das wir unserem RTT nun untreu werden müssen - dort
gibt es leider kein Agility, so sind wir nun beim HSV-Köln-Mülheim
gelandet.