Es kam, wie es kommen musste: ich kam in die Pubertät und Frauchen war erstmal ziemlich erschrocken, weil ich lieber meiner Wege ging, statt wie gewohnt auf ihren Komm-Pfiff zu hören. Das ging leider nicht lange gut, denn sie wurde plötzlich sowas von streng und da blieb mir nichts anderes übrig, als doch wieder meinen "will to please" hervorzukramen.

Es war an der Zeit, etwas Neues zu tun, und so wechselten wir den Ausbildungsplatz und landeten beim RTT (RetrieverTrainingsTreff) in Lohmar . Recht schnell wurden wir dort (zusammen mit Waltraut und Rose) "zurechtgestutzt" und Frauchen lernte, ihre Kommandos noch genauer zu geben , (vor allem lernte sie, viel deutlicher auch ihre Körpersprache einzusetzen, das ist nämlich ganz wichtig, sonst weiss ich gar nicht, was sie meint!!). Jede Woche kamen neue Ablenkungen auf uns zu und auch die häufig wechselnde Umgebung machte uns das korrekte Ausführen der Kommandos manchmal schwer. Mit der Zeit wurden wir jedoch immer besser und sowohl Frauchen als auch ich lernten uns immer besser verstehen.

Auch hier gab es am Ende des Kurses eine Abschlussprüfung. Wieder war mein Frauchen etwas nervös, aber nachdem das erste Fach ganz gut lief, wurde es wesentlich besser und wie es mit unserem Basis-Team-Test ausgegangen ist, könnt ihr hier RTT-Basis-Team-Testlesen.

Dann ging es nahtlos weiter: Begleithundekurs! Wieder hiess es, die Kommandos noch besser, noch exakter auszuführen, Frauchen wurde immer pingeliger. Ich sollte neben ihrem Bein gehen und nicht einfach nur ungefähr bei ihr bleiben. Sitzen sollte ich schon, wenn das Kommando nach gar nicht zuende gesprochen (oder gepfiffen) war. Das waren vielleicht anstrengende Zeiten............, aber damit nicht genug, die Ablenkungen wurden immer mehr. Ich sollte auch noch anständig neben Frauchen laufen, wenn alle Hunde ohne Leine liefen. Wir gingen mit der ganzen Mannschaft in den Wald und alle hatten anständig neben ihren Chefs zu bleiben, egal ob da Passanten, andere Hunde oder Pferde vorbeikamen. Wir wurden irgendwo abgelegt und unsere Chefs verschwanden minutenlang - wir mussten brav warten, obwohl manche Passanten gar kein Verständnis für diese "Tierquälerei" hatten: wir hielten tapfer durch. Das viele Üben lohnte sich: am Ende hatten wir alle die ersehnte Begleithundeprüfung geschafft, hier ein Bericht:RTT-Basis-Team-Test.

Damit die ganze Unterordnerei nicht gar so langweilig war, habe ich mit Frauchen ein Dummyseminar besucht, das hat uns beiden riesigen Spass gemacht und so kam es mal wieder, wie es kommen musste: nach der BHP belegten wir unseren ersten Anfänger-Dummy-Kurs, indem wir momentan fleissig arbeiten und trainieren.

Frauchen sagt immer, ich soll die Klappe halten - leider fällt mir das gar so schwer, wenn die Dummies nur so fliegen und die anderen Kumpels sie auch haben wollen. Ich passe immer ganz genau auf, wo die grünen Dinger hinfliegen (Frauchen nennt das "markieren"), damit ich auf ihr Kommando APPORT auch losflitzen kann und das gute Stück sofort zurückholen kann. Manchmal fliegen auch mehrere Dummies, dann müssen wir uns alle Fallstellen merken ("Memory"). Leider dürfen wir nicht gleich losjagen ("einspringen"), sondern müssen artig auf unser Kommando warten, sonst werden wir gestoppt und dürfen gar nichts holen, denn einspringen ist verboten. Wer nicht ruhig ist und artig warten kann, ist nicht "steady" das ist höchst unerwünscht, also müssen wir fleissig üben, üben, üben!

Manchmal üben wir das Ganze "in der Line", das bedeutet, dass alle Teams (Führer und Hunde) in einer möglichst geraden Linie über ein Feld gehen und ganz genau aufpassen. Wenn ein Dummy geworfen wird, bleiben die Führer stehen und alle Hunde sitzen bei Fuss, markieren das Dummy, aber nur einer von uns darf es dann auf Kommando holen - ganz schön schwierig, aber wenn wir einfach losrennen, wird das Dummy von einem Menschen geholt, das ist gar nicht lustig, also bleiben wir alle ordentlich sitzen (meistens).

In unserer Gruppe sind alle Menschen und Hunde noch Anfänger, so hat jedes Gespann sein Problem, an dem gearbeitet werden muss, damit aus uns ordentliche Teams werden. Ich kann, wie gesagt, nicht leise sein, andere wollen das Dummy nicht zu ihrem Chef zurückbringen, sie knautschen oder laufen gar nicht erst zum Dummy hin, kaspern lieber ein bisschen rum, oder können nicht auf ihr Kommando warten....

Wir arbeiten mit viel Spass daran.

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aktualisiert: 24.11.2006