Nun
begann eine ganz schön aufregende Zeit für mich (und für
meine neuen Menschen auch).
Zuerst
lernte ich die ganze Wohnung kennen und die Wiesen und Wege in der Nähe,
das war schon eine ganze Menge, denn es gab dort Rolläden, die
abends plötzlich verdammt laut heruntergelassen wurden ("...nee
Frauchen, keinen Schritt weiter!!!"), oder Mofas, die gaaanz nah
an mir vorbeiknatterten (...du erwartest doch nicht ernsthaft, dass
ich jetzt noch weiterlaufe??"), und dergleichen schreckliche Dinge
mehr. Aber schon nachein paar Wochen hatte ich verstanden, dass von
all diesen "schlimmen" Dingen keines wirklich gefährlich
war.
Ganz
bald gab es schon die erste Familienfeier für mich. Meine Güte
waren meine Menschen da aufgeregt, sie dachten wohl, dass ich Angst
haben könnte, oder vielleicht weinen würde, pah - geschlafen
habe ich fast die ganze Zeit. (nee nicht auf der kuscheligen Decke,
die Frauchen extra für mich eingepackt hatte, sondern auf dem kalten
Fussboden ganz nah bei ihren Füssen).
Viel
schlimmer war da schon meine erste Fahrt mit der Strassenbahn. Schon
als sie ankam fing ich an zu zittern, Frauchen hatte mich zwar auf dem
Arm, aber so richtig beruhigte mich das nicht. Als dieses Ungetüm
dann zum ersten mal anhielt und die Türen zischend aufschlugen,
dachte ich, die Welt geht unter und konnte nicht anders: ich musste
gaaanz laut rufen, damit Frauchen versteht, dass wir ganz schnell wieder
aussteigen muessen! Aber denkste, wir fuhren einfach noch ein Stückchen
weiter. Ja mittlerweile fahre ich ganz oft Strassenbahn und ich weiss
jetzt auch, dass man bei dem gerumpel prima ein bisschen schlafen kann.
Ganz ähnlich erging es mir auch mit dem Bahnhof, den vielen fremden
Geräuschen und Dingen, die mir in den ersten Wochen begegneten...
Als
ich dann immer mutiger und frecher wurde, gingen meine Menschen mit
mir in die Welpenschule beim DRC, das war klasse. Dort habe ich meine
Golden-Freundin "Rose" (huhu Röschen!!!) kennengelernt
und den tollen ungarischen Viszla "Endre", der konnte doch
tatsächlich fast so schnell laufen wie ich, deshalb haben wir uns
auch so gut verstanden. Rose hat dafür lieber mit Sam gespielt,
der ist nämlich auch ein Golden. (Im Vertrauen: wenn Rose und ich
ganz alleine sind, verstehen wir uns prächtig und können richtig
gut zusammen spielen. Manchmal raufen wir dann (das liebt Rose so sehr)
und manchmal flitzen wir um die Wette, weil ich aber immer gewinne,
hat Rose nicht immer so viel Lust dazu - das verstehe ich gar nicht.)
Nach
dem Welpenprägekurs wurde es ein bisschen schwieriger. Der Grundkurs
fing an, dort lernten wir zusammen, was man machen muss, wenn Frauchen
KOMM, SITZ oder PLATZ sagt. Anständig an der Leine gehen müssen
wir dort auch (gar nicht lustig, so'n Schneckentempo!), zwischendurch
durften wir aber immer wieder flitzten und toben, da machte das üben
danach gleich wieder Spass. Am Ende des Grundkurses mussten Frauchen
und ich (und alle anderen natürlich auch) eine richtige Prüfung
machen, Mann war Frauchen wieder kribbelig! Kurz vorher hatte ich nämlich
angefangen einfach mal nicht zu hören, was sie so ruft und so war
das natürlich eine schwierige Sache. Aber ich lasse doch nicht
mein Frauchen im Stich. Am Prüfungstag habe ich mich richtig am
Riemen gerissen und wir haben dem netten Prüfer gezeigt, was wir
beide so drauf haben und was soll ich sagen? Es hat ihm anscheinend
gefallen, denn wir haben es geschafft! Richtig gut waren wir beide.
Wenn Du noch mehr darüber lesen willst, schau mal hier nach:
! Leider ist mein Freund Endre jetzt nicht mehr bei uns, sein Herrchen
ist nämlich Jäger und Endre lernt nun woanders weiter, wie
man ein richtig guter Jagdgehilfe wird. Ich hab' ihn anfangs ganz schön
vermisst...