

Nachdem
ich "meine Kölner" als Knirps schon so beeindruckt hatte,
sollte es dann ein paar Wochen später noch viel schlimmer werden.
Sie hatten nämlich mit Frau van de Langenberg vereinbart, dass
sie die erste Wahl unter uns Rüden hatten und so kamen sie denn
auch, um sich für einen von uns zu entscheiden.
War
das eine Aufregung! Mittlerweile waren wir ja schon 6 Wochen alt und
richtig mobil. Das beste waren ihre Schnürsenkel (als Neulinge
hatten sie daran natürlich nicht gedacht :-)). Das ganze Rudel
knuddelte und spielte quer durch unsere Wurfkiste (ganz schön eng
war's mit denen).
Natürlich
hat Frau van de Langenberg ihnen erklärt, wer von uns ein bisschen
frecher und wer ein bisschen zurückhaltender war und dann musste
eigentlich "nur noch" das Herz entscheiden. Naja und plötzlich
liessen sie mich gar nicht mehr los und sie sagten nur: "Ja, das
ist unser Noah" und so bekam ich dann auch gleich meinen Namen.
Weil wir an Weihnachten geboren sind und in Belgien im Dezember 2000
alle neugeborenen Welpen einen *Z*-Namen tragen müssen, hiess ich
nun nicht mehr "der Ruede mit dem roten Bändchen", sondern
*Z Noah Noël of Great Pleasure* (hier
könnt Ihr erfahren, warum ich so heisse).
Dann
haben die Menschen miteinander gemütlich Kaffee und Kuchen genossen
(sie mussten sich nämlich wieder beruhigen) und alles besprochen.
Zum Schluss kamen sie noch einmal zum knuddeln (aber eigentlich waren
wir viel zu muede und so liessen sie es denn beim schauen bewenden)
und versprachen: "Nächste Woche holen wir dich ab."
Diese
Woche sollte eine unerträglich lange Zeit werden, aber trotzdem
kam der Tag: eigentlich sollten sie erst um 11.00 Uhr kommen, aber vor
lauter Aufregung waren sie schon viel früher da und ich sass ganz
brav auf dem Schoss meiner Züchterin als "meine Kölner"
zur Tür herein kamen.
Erst
waren sie ganz gerührt und konnten sich gar nicht regen und dann
wollten sie mich alle auf einmal haben, aber so schnell kann auch ein
Toller nicht wedeln, ich hatte sie nämlich sofort wieder erkannt
und freute mich nun auch. Ich wurde gekrault und gestreichelt und immer
wieder sagten sie meinen neuen Namen (damals wusste ich noch gar nicht,
dass ICH damit gemeint war).
Ja,
und dann hiess es Abschied nehmen. Futter für die ersten Wochen
und jede Menge guter Tipps im Gepäck ging es dann los - meine erste
grosse Reise.
Ich
durfte hinten auf dem Schoss von Frauchen sitzen, zwischen den Kindern.
Erst war es ja ganz schön, ich hatte auch ein duftendes Tuch mitbekommen
(es roch ganz toll nach Mama und den Geschwistern), aber dann bekam
ich plötzlich ganz furchtbare Angst und Mama kam gar nicht mehr
wieder - alles war so fremd und neu. Da habe ich zu weinen angefangen
und wollte mich gar nicht beruhigen. Mein neues Rudel wusste gar nicht
so recht, wie es mich trösten sollte und ich kroch unter ihre Jacken
und schlief irgendwann (wir waren schon fast angekommen) endlich erschöpft
ein.

Als
wir ausstiegen, begrüsste mich gleich der Nachbarshund (mittlerweile
bin ich viel grösser als "Spike") ganz lieb und Frauchen
setzte mich auf ein Wiesenstück. "Hey was sollte ich denn da?
Nee ich will lieber wieder bei dir sein."
So
erledigte ich dann mein erstes Begrüssungsbächlein in der Diele
:-), warum auch nicht? Hier war es ja viel gemütlicher als draussen.
Das hielt auch noch eine Weile an, denn so schnell konnten die gar nicht
rennen, wie ich pieseln musste. Irgendwann hatten sie es aber dennoch
geschafft und natürlich weiss ich längst, dass man in der Wohnung
nichts "macht".
Dann
erkundigte ich die ganze Wohnung, ein feines weiches Drybed hatten sie
fuer mich ins Körbchen gelegt, aber ich fand die Fliesen viel besser
- nicht so warm. Das Körbchen hat gut geschmeckt, irgendwann hatte
ich es so zerpflückt, dass sie es weggetan haben, nun habe ich ein
tolles Kügelchenkissen in dem es sich ganz prima graben lässt.
Schlafen tu ich aber immer noch gern kühl.
Bald
hatte ich genug geschnüffelt und fiel auf der Stelle in tiefen (gut
bewachten) Schlaf. Meine erste Nacht hat mir dagegen gar nicht gefallen,
Mama vermisste ich so sehr und ich habe viel geweint, Frauchens Hand hat
mich dann ein bisschen getröstet und so konnte ich dann auch schlafen.
Schon
in der zweiten Nacht ging es viel besser.
So
hatte ich meine erste Reise und meinen Einzug in Köln hinter mich
gebracht.
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