Wie
schon bei den anderen Prüfungen begann auch dieser Morgen mit Herzklopfen
und flatternden Nerven. Viel zu früh (man will ja schliesslich
nicht zu spät kommen) am Ort, war noch genug Zeit für einen
heissen Tee und einige Gespräche mit den nach und nach eintreffenden
anderen Teilnehmern - denen es nervlich auch nicht besser ging als mir.
Petrus meinte es richtig gut mit uns: strahlend blauer Himmel und Sonnenschein.
Insgesamt
starteten 10 Teams. Zunächst wurden von Sonderleiter Gerd Fassbender
(der auch unser Kursleiterwar) die Papiere überprüft und die
Startnummern vergeben. Noah und ich bekamen die Nr. 9 - puh das hiess
lange warten und im Auto bei Herrchen hocken. Frauchen wirkte derweil
bei der Personengruppe für die anderen Teams mit.
Unser
Prüfer - Heinz Galonska - war sehr nett und verstand es, unsere
Nerven zu beruhigen. Wir fingen dann auch gleich an: Team für Team
lief den Parcours und wurde bewertet - und dann war endlichTeam Nr.
7 am Start, das hiess für mich, dass ich Noah aus dem Auto erlösen
konnte....
Erst
mal in Ruhe lösen und dann ein wenig unterordnen... das lief ja
erstaunlich gut heute :-), Noah war sehr aufmerksam und ich hatte nicht
viel zu tun. Eigentlich waren wir nun zu früh startklar, hoffentlich
blieb unsere Konzentration bestehen. Ich hatte ein gutes Gefühl
für den Parcours, wenn da bloss das Dauerabliegen nicht wäre...
Wir hätten anfangen können, aber auf der Wiese war Heinz Galonska
mit den beiden Teams vor uns noch nicht fertig: er erklärte jedem
Team ausführlich, was ihm besonders gefallen hatte, und wo er Punkte
streichen musste.... Mann dauerte das lange (so schien es mir zumindest
in meiner Warteschleife).
Endlich
konnten wir losgehen. Beim Richter angekommen, durften wir selbst entscheiden,
welches Team zuerst den Parcours und welches zuerst die Übung 'Dauerablegen'
machen sollte. Da für Noah das Fach Dauerablegen u.U. die 'Wackelübung'
sein würde, konnte ich zuerst den Parcours laufen, während
'Bonny' ablag. Das waren unsere Aufgaben:
(Zeichenerklärung:
LR=Leistungsrichter, HF=Hundeführer)
Teil
A Unterordnung
1.
Leinenführigkeit (15 Punkte)
Hörzeichen "Fuß"
Von der Grundstellung aus hat der am tierschutzgerechten handelsüblichen
Halsband oder Brustgeschirr angeleinte Hund seinem HF auf das Hörzeichen
"Fuß" freudig zu folgen. Das Halsband darf nicht auf
Zug gestellt sein.
Zu
Beginn der Übung hat der HF mit seinem Hund 40 bis 50 Schritte
geradeaus zu gehen, ohne zu halten, eine Kehrtwendung zu machen und
nach 10 bis 15 Schritten den Laufschritt und den langsamen Schritt zu
zeigen, mindestens jeweils 10 Schritte. In der normalen Gangart sind
dann mindestens eine Rechts-, Links- und Kehrtwendung auszuführen.
Der Hund hat stets mit dem Schulterblatt in Kniehöhe an der linken
Seite des HF zu bleiben; er darf nicht vor, nach oder seitlich laufen.
Die Kehrtwendung ist vom HF als Linkskehrtwendung zu zeigen.
Nur
beim Angehen und beim Wechsel der Gangart ist dem HP das Hörzeichen
"Fuß" gestattet. Bleibt der HF stehen, hat der Hund
sich schnell ohne Einwirkung des HF zu setzen. Der HF darf hierbei seine
Grundstellung nicht verändern und insbesondere nicht an den evtl.
abseits sitzenden Hund herantreten. Die Führleine soll während
des Führens in der linken Hand gehalten werden und muss lose durchhängen.
Zurückbleiben, Vordrängen, seitliches Abweichen des Hundes
sowie zögerndes Verharren des HF bei den Wendungen sind fehlerhaft.
Gruppe
Das Gehen durch die Gruppe, deren Personen sich bewegen, ist in der
Leinenführigkeit und in der Freifolge zu zeigen. Dabei muss jeweils
mindestens einmal links und einmal rechts (z.B. in Form einer 8) um
Personen gegangen werden. Es ist mindestens einmal je Durchgang in der
Nähe einer Person anzuhalten. Dem LR ist es freigestellt, eine
Wiederholung zu verlangen. Das Loben des Hundes ist nach dem Verlassen
der Gruppe nur in der abschließenden Grundstellung erlaubt.
Kehrtwendung
(180°)
Die Durchführung der Kehrtwendung ist auf zwei Arten gestattet,
muss aber jeweils als Linkskehrtwendung gezeigt werden. Hierbei kann
der Hund hinten um den HF herumgehen, oder die Kehrtwendung mit dem
HF als Links-Wendung (Hund bleibt an der linken Seite des HF) zeigen.
2. Freifolge (15 Punkte)
Hörzeichen "Fuß"
Auf Anordnung des LR wird der Hund in der Grundstellung abgeleint. Der
HF hängt sich die Führleine um die Schulter oder steckt sie
in die Tasche (jeweils in die vom Hund abgewandte Seite) und begibt
sich mit seinem freifolgenden Hund sofort wieder in die Personengruppe,
um dort mindestens einmal anzuhalten. Nach Verlassen der Gruppe nimmt
der HF kurz die Grundstellung ein und beginnt dann die Freifolge analog
der Festlegungen zu Übung 1.
3. Sitzübung (10 Punkte)
Hörzeichen "Sitz"
Von der Grundstellung aus geht der HF mit seinem frei bei Fuß
folgenden Hund geradeaus. Nach mindestens 10 Schritten hat sich der
Hund auf das Hörzeichen "Sitz" schnell zu setzen, ohne
dass der HF seine Gangart unterbricht oder sich umsieht. Nach weiteren
30 Schritten bleibt der HF stehen und dreht sich sofort zu seinem Hund
um. Auf Anweisung des Richters geht der HF zu seinem Hund zurück
und nimmt an dessen rechter Seite Grundstellung ein. Wenn der Hund anstatt
zu sitzen, sich legt oder stehen bleibt, werden hierfür bis zu
5 Punkte abgezogen.
4.
Ablegen in Verbindung mit Herankommen (10 Punkte)
Hörzeichen "Platz", "Hier", "Fuß'
Von der Grundstellung aus geht der HP mit seinem Hund auf das Hörzeichen
"Fuß" geradeaus. Nach mindestens 10 Schritten hat sich
der Hund auf das Hörzeichen "Platz" schnell hinzulegen.
Ohne andere Einwirkungen auf den Hund und ohne sich umzudrehen, geht
der HP noch 30 Schritten in gerader Richtung weiter, dreht sich sofort
zu seinem Hund um und bleibt still stehen. Auf Anweisung des LR ruft
der HF seinen Hund heran. Freudig und in schneller Gangart hat sich
der Hund seinem HP zu nähern und sich dicht vor ihn zu setzen.
Auf das Hörzeichen "Fuß' hat sich der Hund neben seinen
HP zu setzen. Bleibt der Hund stehen oder legt er sich, kommt jedoch
einwandfrei heran, so werden bis zu 5 Punkte abgezogen.
5.
Ablegen des Hundes unter Ablenkung (10 Punkte)
Hörzeichen "Platz", "Sitz"
Zu Beginn der Unterordnung eines anderen Hundes legt der HF seinen Hund
an einem vom LR angewiesenen Platz aus der Grundstellung ab und zwar
ohne die Führleine oder sonst einen Gegenstand beim Hund zu belassen.
Der HP entfernt sich 30 Schritte und stellt sich mit dem Rücken
zum Hund in dieser Entfernung auf. Während der Ablage hat der Hund
ruhig liegen zu bleiben. Auf Richteranweisung tritt der HF an die rechte
Seite seines Hundes und auf weitere Richteranweisung nimmt er ihn mit
dem Hörzeichen "Sitz" in die Grundstellung. Sitzt, steht
oder liegt der Hund unruhig, so erfolgt eine Teilbewertung. Ein Hund,
der sich erhebt, sich setzt oder über eine Strecke kriecht, die
länger als sein eigener Körper ist, hat die Übung nicht
bestanden. Unruhiges Verhalten des HF sowie andere versteckte Hilfen
sind fehlerhaft. Hündinnen sind nach Möglichkeit getrennt
abzulegen.
Ein
Hund, der bei den Übungen 1 bis 5 nicht mindestens 70 % (42 Punkte)
erreicht, scheidet von der weiteren Prüfung aus.
Teil
B) Prüfung im Verkehr
Allgemeines
Die nachfolgenden Übungen finden außerhalb des Übungsgeländes
in einem geeigneten Umfeld innerhalb von geschlossenen Ortschaften statt.
Der LR legt mit dem PL fest, wo und wie die Übungen im öffentlichen
Verkehrsraum (Straßen, Wege oder Plätze) durchgeführt
werden. Der öffentliche Verkehr darf nicht beeinträchtigt
werden. Die Durchführung dieses Teils der Prüfung erfordert
wegen ihrer Eigenart einen erheblichen Zeitaufwand. Die Leistungsanforderungen
dürfen nicht durch oberflächliche Abnahme vieler Hunde beeinträchtigt
werden. Punkte werden für die einzelnen Übungen des Teiles
3 nicht vergeben. Für das Bestehen dieser Prüfungsabteilung
ist der gesamte Eindruck über den sich im Verkehr/Öffentlichkeit
bewegenden Hund maßgeblich. Die nachfolgend beschriebenen Übungen
sind Anregungen und können durch den LR individuell auf die örtlichen
Gegebenheiten angepasst werden Der LR ist berechtigt bei Zweifeln in
der Beurteilung der Hunde Übungen zu wiederholen bzw. zu variieren.
Prüfungsablauf:
1.
Begegnung mit Personengruppe
Auf Anweisung des Leistungsrichters begeht der HF mit seinem angeleinten
Hund einen angewiesenen Straßenabschnitt auf dem Gehweg. Der LR
folgt dem Team in angemessener Entfernung. Der Hund soll an der linken
Seite des HF an lose hängender Leine - mit der Schulter in Kniehöhe
des HF - willig folgen. Dem Fußgänger- und Fahrverkehr gegenüber
hat sich der Hund gleichgültig zu verhalten. Auf seinem Weg wird
der HF von einem vorbeilaufenden Passanten (Auftragsperson) geschnitten.
Der Hund hat sich neutral und unbeeindruckt zeigen. HF und Hund gehen
weiter durch eine aufgelockerte Personengruppe von mindestens 6 Personen,
in der eine Person den HF anspricht und mit Handschlag begrüßt.
Der Hund hat auf Anweisung durch HF neben ihm zu sitzen oder zu liegen
und hat sich während Unterhaltung ruhig verhalten.
2.
Begegnung mit Radfahrern
Der angeleinte Hund geht mit seinem HF einen Weg entlang und wird zunächst
von hinten von einem Radfahrer überholt, der dabei Klingelzeichen
gibt. In großem Abstand wendet der Radfahrer und kommt HF und
Hund entgegen. Dabei werden nochmals Klingelzeichen gegeben. Das Vorbeifahren
hat so zu erfolgen, dass sich der Hund zwischen HF und vorbeifahrendem
Radfahrer befindet. Der angeleinte Hund hat sich den Radfahrern gegenüber
unbefangen zu zeigen.
3.
Begegnung mit Autos
Der HP geht mit seinem angeleinten Hund an mehreren Autos vorbei. Dabei
wird eines der Fahrzeuge gestartet. Bei einem anderen Auto wird eine
Tür zugeschlagen. Während HF und Hund weitergehen, hält
ein Auto neben ihnen. Die Fensterscheibe wird herunter gedreht und der
HF um eine Auskunft gebeten. Dabei hat der Hund auf Anweisung des HP
zu sitzen oder zu liegen. Der Hund hat sich ruhig und unbeeindruckt
gegenüber Autos und allen Verkehrsgeräuschen zu zeigen.
4.
Begegnung mit Joggern oder Inline-Skatern
Der HF geht mit seinem angeleinten Hund einen ruhigen Weg entlang. Mindestens
zwei Jogger überholen ihn, ohne das Tempo zu vermindern. Haben
sich die Jogger entfernt, kommen erneut Jogger dem Hund und HF entgegen
und laufen an ihnen vorbei, ohne die Geschwindigkeit herabzusetzen.
Der Hund muss nicht korrekt bei Fuß gehen, darf die überholenden
bzw. entgegenkommenden Personen jedoch nicht belästigen. Es ist
statthaft, dass der HF seinen Hund während der Begegnung in die
Sitz- oder Platzposition bringt. Stall der Jogger können auch ein
oder zwei Inline Scater Hund und HF überholen und ihnen wieder
entgegen kommen.
5.
Begegnung mit anderen Hunden
Beim Überholen und Entgegenkommen eines anderen Hundes mit HF hat
sich der Hund neutral zu verhalten. Der HF kann das Hörzeichen
"Fuß" wiederholen oder den Hund bei der Begegnung in
die Sitz- oder Platzposition bringen.
6.
Verhalten des kurzfristig im Verkehr angeleint allein gelassenen Hundes,
Verhalten gegenüber Tieren
Auf Anweisung des LR begeht der HF mit angeleintem Hund den Gehweg einer
mäßig belebten Straße. Nach kurzer Strecke hält
der HF auf Anweisung des LR und befestigt die Führleine an einem
Zaun, Mauerring oder dergleichen. Der HF begibt sich außer Sicht
in ein Geschäft oder einen Hauseingang. Der Hund darf stehen, sitzen
oder liegen. Während der Abwesenheit des HF geht ein Passant (Auftragsperson)
mit einem angeleinten Hund in einer seitlichen Entfernung von etwa fünf
Schritt am Prüfungshund vorbei. Der alleingelassene Hund hat sich
während der Abwesenheit des Führers ruhig zu verhalten. Den
vorbeigeführten Hund (keine Raufer verwenden) hat er ohne Angriffshandlung
(starkes Zerren an der Leine, andauerndes Bellen) passieren zu lassen.
Auf Richteranweisung wird der Hund wieder abgeholt.
Prüfungsbeschreibung:
RTT,
Lohmar
Leider
wissen wir die genaue Punktanzahl pro Fach nicht. Im Leistungsheft wird
lediglich "bestanden" oder "nicht bestanden" eingetragen.
Heinz Galonska hat Noah und mich jedenfalls insgesamt mit "gut"
bewertet. Unsere vermeintliche Wackelübung A/5 bekam sogar ein
"sehr gut".
Punkte
verschenkt haben wir in Übung A/4: Noah brauchte ein zweites Platz-Kommando,
zuerst setzte er sich nur. Beim Herankommen sass er nicht ganz
ordentlich vor, sodass ich auch hier noch einmal korrigieren musste,
ausserdem setzte er sich in der Freifolge einmal nicht selbstständig,
als ich stehen blieb. (Das kommt vielleicht davon, wenn Frauchen sich
um den Parcours "keine grossen Sorgen" macht und stattdessen
alle Kraft in die Übung A/5 legt *g*)
Alles
in allem hatten wir einen wirklich schönen Tag mit strahlendem
Wetter und einem tollen Ergebnis: alle Teams haben BHP A + B bestanden.
Wirklich angenehm war die Stimmung unter den Teilnehmern: mit jedem
Team wurde gezittert und hinterher gejubelt. Es ist fast ein bisschen
schade, dass dieser Kurs nun vorbei ist. Andererseits freue ich mich
nun sehr auf neue Aufgaben!
Heinz
Galonska konnte den einzelnen Teams noch gute Tipps für das weitere
handling mit auf den Weg geben und beeindruckte einige Hundeführer,
indem er deren Hunde über eine kurze Distanz selbst führte
:). Hier wurden plötzlich eher langsame Hunde zu ausgesprochen
aufmerksamen flinken Partnern und unruhige Hunde wurden zur Ruhe gebracht
- das Ganze spielerisch und in bemerkenswert kurzer Zeit. Auch hier
bekamen wir wieder einige hifreiche Tipps.
Ein
herzliches Dankeschön an Gerd Fassbender und Heinz Galonska für
den tollen Prüfungstag!
Allen Kurskolleginnen/Kollegen kann ich nur sagen: es hat Spass gemacht
mit euch zusammen zu arbeiten!
Musik:
We are the Champions