:: Begleithundepruefung bhp ::


23. November 2002
RetrieverTrainingsTreff, Lohmar


v.l.: Vivian Heckmann/Marty. Judith Reuter-Gill/Sam, Rita Behren-Emunds/Bonnie, Heinz Galonska, Petra Ruland/Noah,
Waltraut Schmidt/Rose, Simone Wilken/ Kaya, Anne-Lena Kampf/Laika, Verena Becher/Bolle, Edward Gill/Lotte, Dorothea Alt/Ahro

Wie schon bei den anderen Prüfungen begann auch dieser Morgen mit Herzklopfen und flatternden Nerven. Viel zu früh (man will ja schliesslich nicht zu spät kommen) am Ort, war noch genug Zeit für einen heissen Tee und einige Gespräche mit den nach und nach eintreffenden anderen Teilnehmern - denen es nervlich auch nicht besser ging als mir. Petrus meinte es richtig gut mit uns: strahlend blauer Himmel und Sonnenschein.

Insgesamt starteten 10 Teams. Zunächst wurden von Sonderleiter Gerd Fassbender (der auch unser Kursleiterwar) die Papiere überprüft und die Startnummern vergeben. Noah und ich bekamen die Nr. 9 - puh das hiess lange warten und im Auto bei Herrchen hocken. Frauchen wirkte derweil bei der Personengruppe für die anderen Teams mit.

Unser Prüfer - Heinz Galonska - war sehr nett und verstand es, unsere Nerven zu beruhigen. Wir fingen dann auch gleich an: Team für Team lief den Parcours und wurde bewertet - und dann war endlichTeam Nr. 7 am Start, das hiess für mich, dass ich Noah aus dem Auto erlösen konnte....

Erst mal in Ruhe lösen und dann ein wenig unterordnen... das lief ja erstaunlich gut heute :-), Noah war sehr aufmerksam und ich hatte nicht viel zu tun. Eigentlich waren wir nun zu früh startklar, hoffentlich blieb unsere Konzentration bestehen. Ich hatte ein gutes Gefühl für den Parcours, wenn da bloss das Dauerabliegen nicht wäre...
Wir hätten anfangen können, aber auf der Wiese war Heinz Galonska mit den beiden Teams vor uns noch nicht fertig: er erklärte jedem Team ausführlich, was ihm besonders gefallen hatte, und wo er Punkte streichen musste.... Mann dauerte das lange (so schien es mir zumindest in meiner Warteschleife).

Endlich konnten wir losgehen. Beim Richter angekommen, durften wir selbst entscheiden, welches Team zuerst den Parcours und welches zuerst die Übung 'Dauerablegen' machen sollte. Da für Noah das Fach Dauerablegen u.U. die 'Wackelübung' sein würde, konnte ich zuerst den Parcours laufen, während 'Bonny' ablag. Das waren unsere Aufgaben:

(Zeichenerklärung: LR=Leistungsrichter, HF=Hundeführer)

Teil A Unterordnung

1. Leinenführigkeit (15 Punkte)
Hörzeichen "Fuß"
Von der Grundstellung aus hat der am tierschutzgerechten handelsüblichen Halsband oder Brustgeschirr angeleinte Hund seinem HF auf das Hörzeichen "Fuß" freudig zu folgen. Das Halsband darf nicht auf Zug gestellt sein.

Zu Beginn der Übung hat der HF mit seinem Hund 40 bis 50 Schritte geradeaus zu gehen, ohne zu halten, eine Kehrtwendung zu machen und nach 10 bis 15 Schritten den Laufschritt und den langsamen Schritt zu zeigen, mindestens jeweils 10 Schritte. In der normalen Gangart sind dann mindestens eine Rechts-, Links- und Kehrtwendung auszuführen. Der Hund hat stets mit dem Schulterblatt in Kniehöhe an der linken Seite des HF zu bleiben; er darf nicht vor, nach oder seitlich laufen. Die Kehrtwendung ist vom HF als Linkskehrtwendung zu zeigen.

Nur beim Angehen und beim Wechsel der Gangart ist dem HP das Hörzeichen "Fuß" gestattet. Bleibt der HF stehen, hat der Hund sich schnell ohne Einwirkung des HF zu setzen. Der HF darf hierbei seine Grundstellung nicht verändern und insbesondere nicht an den evtl. abseits sitzenden Hund herantreten. Die Führleine soll während des Führens in der linken Hand gehalten werden und muss lose durchhängen. Zurückbleiben, Vordrängen, seitliches Abweichen des Hundes sowie zögerndes Verharren des HF bei den Wendungen sind fehlerhaft.

Gruppe
Das Gehen durch die Gruppe, deren Personen sich bewegen, ist in der Leinenführigkeit und in der Freifolge zu zeigen. Dabei muss jeweils mindestens einmal links und einmal rechts (z.B. in Form einer 8) um Personen gegangen werden. Es ist mindestens einmal je Durchgang in der Nähe einer Person anzuhalten. Dem LR ist es freigestellt, eine Wiederholung zu verlangen. Das Loben des Hundes ist nach dem Verlassen der Gruppe nur in der abschließenden Grundstellung erlaubt.

Kehrtwendung (180°)
Die Durchführung der Kehrtwendung ist auf zwei Arten gestattet, muss aber jeweils als Linkskehrtwendung gezeigt werden. Hierbei kann der Hund hinten um den HF herumgehen, oder die Kehrtwendung mit dem HF als Links-Wendung (Hund bleibt an der linken Seite des HF) zeigen.


2. Freifolge (15 Punkte)
Hörzeichen "Fuß"
Auf Anordnung des LR wird der Hund in der Grundstellung abgeleint. Der HF hängt sich die Führleine um die Schulter oder steckt sie in die Tasche (jeweils in die vom Hund abgewandte Seite) und begibt sich mit seinem freifolgenden Hund sofort wieder in die Personengruppe, um dort mindestens einmal anzuhalten. Nach Verlassen der Gruppe nimmt der HF kurz die Grundstellung ein und beginnt dann die Freifolge analog der Festlegungen zu Übung 1.


3. Sitzübung (10 Punkte)
Hörzeichen "Sitz"
Von der Grundstellung aus geht der HF mit seinem frei bei Fuß folgenden Hund geradeaus. Nach mindestens 10 Schritten hat sich der Hund auf das Hörzeichen "Sitz" schnell zu setzen, ohne dass der HF seine Gangart unterbricht oder sich umsieht. Nach weiteren 30 Schritten bleibt der HF stehen und dreht sich sofort zu seinem Hund um. Auf Anweisung des Richters geht der HF zu seinem Hund zurück und nimmt an dessen rechter Seite Grundstellung ein. Wenn der Hund anstatt zu sitzen, sich legt oder stehen bleibt, werden hierfür bis zu 5 Punkte abgezogen.

4. Ablegen in Verbindung mit Herankommen (10 Punkte)
Hörzeichen "Platz", "Hier", "Fuß'
Von der Grundstellung aus geht der HP mit seinem Hund auf das Hörzeichen "Fuß" geradeaus. Nach mindestens 10 Schritten hat sich der Hund auf das Hörzeichen "Platz" schnell hinzulegen. Ohne andere Einwirkungen auf den Hund und ohne sich umzudrehen, geht der HP noch 30 Schritten in gerader Richtung weiter, dreht sich sofort zu seinem Hund um und bleibt still stehen. Auf Anweisung des LR ruft der HF seinen Hund heran. Freudig und in schneller Gangart hat sich der Hund seinem HP zu nähern und sich dicht vor ihn zu setzen. Auf das Hörzeichen "Fuß' hat sich der Hund neben seinen HP zu setzen. Bleibt der Hund stehen oder legt er sich, kommt jedoch einwandfrei heran, so werden bis zu 5 Punkte abgezogen.

5. Ablegen des Hundes unter Ablenkung (10 Punkte)
Hörzeichen "Platz", "Sitz"
Zu Beginn der Unterordnung eines anderen Hundes legt der HF seinen Hund an einem vom LR angewiesenen Platz aus der Grundstellung ab und zwar ohne die Führleine oder sonst einen Gegenstand beim Hund zu belassen. Der HP entfernt sich 30 Schritte und stellt sich mit dem Rücken zum Hund in dieser Entfernung auf. Während der Ablage hat der Hund ruhig liegen zu bleiben. Auf Richteranweisung tritt der HF an die rechte Seite seines Hundes und auf weitere Richteranweisung nimmt er ihn mit dem Hörzeichen "Sitz" in die Grundstellung. Sitzt, steht oder liegt der Hund unruhig, so erfolgt eine Teilbewertung. Ein Hund, der sich erhebt, sich setzt oder über eine Strecke kriecht, die länger als sein eigener Körper ist, hat die Übung nicht bestanden. Unruhiges Verhalten des HF sowie andere versteckte Hilfen sind fehlerhaft. Hündinnen sind nach Möglichkeit getrennt abzulegen.

Ein Hund, der bei den Übungen 1 bis 5 nicht mindestens 70 % (42 Punkte) erreicht, scheidet von der weiteren Prüfung aus.

 

Teil B) Prüfung im Verkehr

Allgemeines
Die nachfolgenden Übungen finden außerhalb des Übungsgeländes in einem geeigneten Umfeld innerhalb von geschlossenen Ortschaften statt. Der LR legt mit dem PL fest, wo und wie die Übungen im öffentlichen Verkehrsraum (Straßen, Wege oder Plätze) durchgeführt werden. Der öffentliche Verkehr darf nicht beeinträchtigt werden. Die Durchführung dieses Teils der Prüfung erfordert wegen ihrer Eigenart einen erheblichen Zeitaufwand. Die Leistungsanforderungen dürfen nicht durch oberflächliche Abnahme vieler Hunde beeinträchtigt werden. Punkte werden für die einzelnen Übungen des Teiles 3 nicht vergeben. Für das Bestehen dieser Prüfungsabteilung ist der gesamte Eindruck über den sich im Verkehr/Öffentlichkeit bewegenden Hund maßgeblich. Die nachfolgend beschriebenen Übungen sind Anregungen und können durch den LR individuell auf die örtlichen Gegebenheiten angepasst werden Der LR ist berechtigt bei Zweifeln in der Beurteilung der Hunde Übungen zu wiederholen bzw. zu variieren.

Prüfungsablauf:

1. Begegnung mit Personengruppe
Auf Anweisung des Leistungsrichters begeht der HF mit seinem angeleinten Hund einen angewiesenen Straßenabschnitt auf dem Gehweg. Der LR folgt dem Team in angemessener Entfernung. Der Hund soll an der linken Seite des HF an lose hängender Leine - mit der Schulter in Kniehöhe des HF - willig folgen. Dem Fußgänger- und Fahrverkehr gegenüber hat sich der Hund gleichgültig zu verhalten. Auf seinem Weg wird der HF von einem vorbeilaufenden Passanten (Auftragsperson) geschnitten. Der Hund hat sich neutral und unbeeindruckt zeigen. HF und Hund gehen weiter durch eine aufgelockerte Personengruppe von mindestens 6 Personen, in der eine Person den HF anspricht und mit Handschlag begrüßt. Der Hund hat auf Anweisung durch HF neben ihm zu sitzen oder zu liegen und hat sich während Unterhaltung ruhig verhalten.

2. Begegnung mit Radfahrern
Der angeleinte Hund geht mit seinem HF einen Weg entlang und wird zunächst von hinten von einem Radfahrer überholt, der dabei Klingelzeichen gibt. In großem Abstand wendet der Radfahrer und kommt HF und Hund entgegen. Dabei werden nochmals Klingelzeichen gegeben. Das Vorbeifahren hat so zu erfolgen, dass sich der Hund zwischen HF und vorbeifahrendem Radfahrer befindet. Der angeleinte Hund hat sich den Radfahrern gegenüber unbefangen zu zeigen.

3. Begegnung mit Autos
Der HP geht mit seinem angeleinten Hund an mehreren Autos vorbei. Dabei wird eines der Fahrzeuge gestartet. Bei einem anderen Auto wird eine Tür zugeschlagen. Während HF und Hund weitergehen, hält ein Auto neben ihnen. Die Fensterscheibe wird herunter gedreht und der HF um eine Auskunft gebeten. Dabei hat der Hund auf Anweisung des HP zu sitzen oder zu liegen. Der Hund hat sich ruhig und unbeeindruckt gegenüber Autos und allen Verkehrsgeräuschen zu zeigen.

4. Begegnung mit Joggern oder Inline-Skatern
Der HF geht mit seinem angeleinten Hund einen ruhigen Weg entlang. Mindestens zwei Jogger überholen ihn, ohne das Tempo zu vermindern. Haben sich die Jogger entfernt, kommen erneut Jogger dem Hund und HF entgegen und laufen an ihnen vorbei, ohne die Geschwindigkeit herabzusetzen. Der Hund muss nicht korrekt bei Fuß gehen, darf die überholenden bzw. entgegenkommenden Personen jedoch nicht belästigen. Es ist statthaft, dass der HF seinen Hund während der Begegnung in die Sitz- oder Platzposition bringt. Stall der Jogger können auch ein oder zwei Inline Scater Hund und HF überholen und ihnen wieder entgegen kommen.

5. Begegnung mit anderen Hunden
Beim Überholen und Entgegenkommen eines anderen Hundes mit HF hat sich der Hund neutral zu verhalten. Der HF kann das Hörzeichen "Fuß" wiederholen oder den Hund bei der Begegnung in die Sitz- oder Platzposition bringen.

6. Verhalten des kurzfristig im Verkehr angeleint allein gelassenen Hundes, Verhalten gegenüber Tieren
Auf Anweisung des LR begeht der HF mit angeleintem Hund den Gehweg einer mäßig belebten Straße. Nach kurzer Strecke hält der HF auf Anweisung des LR und befestigt die Führleine an einem Zaun, Mauerring oder dergleichen. Der HF begibt sich außer Sicht in ein Geschäft oder einen Hauseingang. Der Hund darf stehen, sitzen oder liegen. Während der Abwesenheit des HF geht ein Passant (Auftragsperson) mit einem angeleinten Hund in einer seitlichen Entfernung von etwa fünf Schritt am Prüfungshund vorbei. Der alleingelassene Hund hat sich während der Abwesenheit des Führers ruhig zu verhalten. Den vorbeigeführten Hund (keine Raufer verwenden) hat er ohne Angriffshandlung (starkes Zerren an der Leine, andauerndes Bellen) passieren zu lassen. Auf Richteranweisung wird der Hund wieder abgeholt.

Prüfungsbeschreibung:  RTT, Lohmar

 

Leider wissen wir die genaue Punktanzahl pro Fach nicht. Im Leistungsheft wird lediglich "bestanden" oder "nicht bestanden" eingetragen. Heinz Galonska hat Noah und mich jedenfalls insgesamt mit "gut" bewertet. Unsere vermeintliche Wackelübung A/5 bekam sogar ein "sehr gut".

Punkte verschenkt haben wir in Übung A/4: Noah brauchte ein zweites Platz-Kommando, zuerst setzte er sich nur.  Beim Herankommen sass er nicht ganz ordentlich vor, sodass ich auch hier noch einmal korrigieren musste, ausserdem setzte er sich in der Freifolge einmal nicht selbstständig, als ich stehen blieb. (Das kommt vielleicht davon, wenn Frauchen sich um den Parcours "keine grossen Sorgen" macht und stattdessen alle Kraft in die Übung A/5 legt *g*)

Alles in allem hatten wir einen wirklich schönen Tag mit strahlendem Wetter und einem tollen Ergebnis: alle Teams haben BHP A + B bestanden. Wirklich angenehm war die Stimmung unter den Teilnehmern: mit jedem Team wurde gezittert und hinterher gejubelt. Es ist fast ein bisschen schade, dass dieser Kurs nun vorbei ist. Andererseits freue ich mich nun sehr auf neue Aufgaben!

Heinz Galonska konnte den einzelnen Teams noch gute Tipps für das weitere handling mit auf den Weg geben und beeindruckte einige Hundeführer, indem er deren Hunde über eine kurze Distanz selbst führte :). Hier wurden plötzlich eher langsame Hunde zu ausgesprochen aufmerksamen flinken Partnern und unruhige Hunde wurden zur Ruhe gebracht - das Ganze spielerisch und in bemerkenswert kurzer Zeit. Auch hier bekamen wir wieder einige hifreiche Tipps.

Ein herzliches Dankeschön an Gerd Fassbender und Heinz Galonska für den tollen Prüfungstag!
Allen Kurskolleginnen/Kollegen kann ich nur sagen: es hat Spass gemacht mit euch zusammen zu arbeiten!

Musik: We are the Champions

aktualisiert: 16.05.07